Wettertaugliche Klamotten, Essen & Trinken
Brille statt Kontaktlinsen
Wenn du die Wahl hast, dann entscheide dich lieber für die Brille. Es besteht zwar die Gefahr, dass die im Tumult kaputt geht aber Kontaktlinsen und Pfefferspray im Auge sind eine sehr unangenehme Kombination.
Nervennahrung
Apropos Mitversogen – Geheimtipp: Werde der Star der Sitzblockade, wenn du die Chips-Tüte rausholst und rumgehen lässt. Aber auch für dich und deine Bezugsgruppe sind Schoki, Gummitiere oder Reiswaffeln genau richtig, wenn es langweilig wird oder ihr eine körperliche oder mentale Pause braucht. Denk dran, dass manche keine tierischen Produkte essen.
Medikamente
Nimm alles mit auf das du täglich angewiesen bist. Je nach Aktion kannst du nicht ausschließen eine Nacht auf einer Wache verbringen zu müssen. Am besten hast du eine kleine Aktionstasche zuhause griffsbereit in der das Nötigste drin ist.
Ersatzklamotten
Sei es, weil deine Klamotten durchnässt sind – vom Regen oder Wasserwerfer – oder um dich flexibel dem Wetter anzupassen oder sei es um dich nach der klandestinen Aktion umzuziehen. Ersatzklamotten können dir aus der Patsche helfen. Es gibt zum Beispiel praktisch dünne Plastik-Parkas für den (Regen-)Notfall, die sich in winzigen Beuteln verstauen lassen.
Perso
Falls du nicht bewusst planst deine Personalien zu verweigern, dann solltest du deinen Perso oder ein anderes amtliches Dokument auf Aktionen mitnehmen, mit dem du dich ausweisen kannst. Das kann den Unterschied machen zwischen einer kurzen Maßnahme zur Identitätsfeststellung und einer stundenlangen Besichtigungstour in der Polizeiwache. Auch deine Krankenkassenkarte sollte dann nicht fehlen.
Handy
Aktionskarten
Bei größeren Aktionen gibt es häufig speziell vorbereitete Landkarten der Gegend aus dem Internet runterzuladen und auszudrucken oder vor Ort zum Mitnehmen. Diese können euch enorm weiterhelfen, wenn ihr etwa darauf verzichtet Handys mitzunehmen. Und wenn ihr größere Strecken im Gelände zurück legt, kann sich sogar ein guter alter Kompass als praktisch erweisen.
EA-Nummer
Der Ermittlungsausschuss haut dich raus, wenn die Cops dich auf die Gesa verschleppt haben. Damit er aber von deinem Unglück erfährt, solltest du und deine Freund*innen ihn auch anrufen. Dafür wird vor größeren Aktionen die Telefonnummer des Ermittlungsausschusses verteilt oder durchgesagt. Rechne damit, dass dir auf der Wache alle (wirklich alle!) Sachen abgenommen werden und schreibe dir die Nummer auf den Arm (den nimmt dir niemand weg). Wenn du beim EA anrufst, dann rechne damit, dass die Bullen zuhören. Sage dem EA nur deinen Namen (wenn du ihn nicht geheim halten willst) und Geburtsdatum/-ort. Erzählen nichts darüber was du gemacht hast und auch keine Infos über linke Strukturen.
Gras, Keta, Alkohol
Hat alles wirklich NIX auf Aktionen verloren. Ende der Durchsage.
Kalender, Notizbücher und andere persönliche Sachen
Sind an sich kein Problem, wenn du deine Identität bei einer Ingewahrsamnahne nicht geheim halten willst. Du musst besonders bei Ingewahrsamnahmen immer damit rechnen, dass dir Sachen abgenommen und potentiell lange Zeit (bis zu Jahren) nicht wiedergegeben werden. Nimm also besser nix mit, auf das du nicht eine Weile verzichten kannst.
Wenn du Repressalien erfährst ist ein (leerer) Notizblock aber sehr praktisch um zeitnah ein Gedächtnisprotokoll von deinen Erlebnissen anzufertigen (z.B. auf der Rückfahrt), damit du keine wichtigen Einzelheiten, Abläufe und Uhrzeiten vergisst.
Sitzgelegenheiten
Wenn ihr vorhabt Naziaufmärsche mit Sitzblockaden zu blockieren ist ein Sitzkissen ein heißer Tipp. Am einfachsten eine alte Isomatte in quadratische Stücke schneiden. Das schützt vor Nässe und Kälte.
Sonnenbrillen, Schals und Hassis
Die Kameras und Greiftrupps der Bullen sind allgegenwärtig. Darum ist es verlockend, die Nase im Schal zu vergraben oder sich hinter einer schicken Sonnenbrille zu verstecken. Leider gilt das schnell als „Vermummung“ und ist im Rahmen von Versammlungen verboten. (Ausnahmen sind ggf. einfache Infektionsschutzmasken.) Das wird dann mit Strafbefehlen, also kleinere Ordnungsgeldern von einigen Dutzend bis hunderten Euro geahndet. Überlegt euch also in welchen Situationen eine Vermummung sinnvoll ist.
Pfeffer, Knüppelfahnen und Messer
Wie Vermummung sind auch Waffen jeglicher Art auf Versammlungen verboten und werden mit Strafbefehlen geahndet. Ein Graubereich sind hier Fahnen mit kurzem, dicken Stiel, sogenannte Knüppelfahnen. Um Waffen mitzunehmen solltet ihr sehr gute Gründe haben, denn die Geldstrafen dafür sind saftig, falls ihr aufgegriffen und mit welchen im Gepäck erwischt werdet. Problematisch ist es, dass es euch damit schwer gemacht wird euch auf dem Weg zur und von der Demo nach Hause gegen Naziüberfälle zu verteidigen. Da sind einfache Waffen wie Schagstöcke oder Pfefferspray mitzuführen zwar erlaubt aber wohin damit während der Versammlung? Ihr könnt sie versuchen an einem sicheren Ort zu deponieren oder sie z.B. im Auto zurücklassen. In jedem Fall sollte euch sehr klar sein, dass Waffen für alle gefährlich sind und Situationen dramatisch eskalieren können.
Schutzbrillen, Schutzmasken, Helme und Körperpolster
Eine besondere Spitzfindigkeit haben hat sich der Gesetzgeber dafür ausgedacht: Als „passive Bewaffnung“ sind alle Gegenstände auf Demos verboten, die euch vor Polizeigewalt schützen könnten. Auch Regenschirme werden auf manchen Demos verboten, wenn sie sich nicht mit dem Wetter begründen lassen. Klingt absurd, wird aber oft rigoros durchgesetzt. Augentropfen gegen Pfefferspray, Augenspülflaschen und Sani-Kram gehen aber im Regelfall durch.
