Vertrauen aufbauen & miteinander starten

Du hast eine Gruppe gefunden mit der du gemeinsame Aktionen machen willst oder dich langfristig organisieren möchtest. Vielleicht habt ihr schon erste Ideen, was ihr machen wollt, oder sogar, wie ihr es angehen könnt. Trotzdem fragst du dich vielleicht: „Ich kenne diese Leute doch gar nicht richtig“ und „Wie soll ich ihnen vertrauen?“. Um ehrlich zu sein – tust du nicht und kannst du auch nicht. Super Start, oder? Denn wenn ihr gemeinsam für eine auf Solidarität basierende Gesellschaft kämpfen wollt, braucht ihr Vertrauen und Wissen über die Fähigkeiten und Motivationen der anderen. Aber wir haben auch gute Nachrichten: Beziehungen lassen sich aufbauen, Vertrauen kann wachsen. Und tatsächlich ist das einfacher, als es aussieht.

Dafür ist es wichtig, dass ihr euch gegenseitig kennenlernt. Denn je besser ihr euch kennt, desto leichter fällt es, Vertrauen aufzubauen und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie ihr miteinander arbeiten könnt. Deshalb ist es gerade am Anfang einer Gruppengründung wichtig, dass ihr euch Zeit dafür nehmt. Menschen haben unterschiedliche Hintergründe und kommen aus verschiedenen politischen Kontexten und sind damit unterschiedliche Arten des politischen Engagements gewöhnt. Ein guter erster Schritt ist, dich selbst zu fragen:

Wie bin ich eigentlich mit diesen Menschen zusammengekommen? Was verbindet uns? Oft sind das gemeinsame politische Überzeugungen, ein ähnliches Verständnis von Strategien oder geteilten (sub)kulturellen Referenzen. Aber noch wichtiger ist die Frage: Welche dieser Dinge sind wirklich entscheidend für unser gemeinsames Handeln?

Im Alltag suchen wir uns unsere Bekanntschaften und Freund:innen oft nach gemeinsamem Musikgeschmack, Sinn für Humor oder dem generellen Vibe aus. Das ist auch total schön. Für unsere politische Organisierung zählt vor allem, dass jemand eine gute Genoss:in ist.

Aber was macht gute Genoss:innenschaft eigentlich aus? Gute Genoss:innenschaft bedeutet mehr als nur zusammen ein Ziel zu verfolgen. Sie lebt von Vertrauen, Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung. Es geht darum, gemeinsam zu entscheiden, füreinander da zu sein und Verantwortung zu teilen.

Unserer Erfahrung nach sind einige der besten Genoss:innen Menschen, die wir außerhalb der Politik vermutlich nie kennengelernt hätten. Und genau das macht politische Organisierung so besonders und einzigartig – das Gefühl von Nähe zu Menschen, mit denen man auf den ersten Blick nichts gemeinsam hat.

Aber wie kommt man dahin? Beziehungen können (und müssen) aufgebaut und Vertrauen verdient werden. Die ersten Schritte sind deshalb immer die kleinen. Zusammen aktiv werden: Ob beim Sticker kleben, Flyer verteilen oder Plakate aufhängen. Für den Anfang macht es vielleicht Sinn, nicht gleich an die Orte zu gehen, an denen regelmäßig Nazis rumhängen. Besonders gut klappt Kennenlernen und spannender Austausch in einem netten und entspannten Rahmen. Vielleicht wollt ihr nach dem Treffen noch zusammen eine Limo trinken gehen? Gibt es einen gemütlichen Späti in der Nähe oder ist das Wetter gut für ein gemeinsames Picknick oder grillen im Park? Politik darf (und soll) auch Spaß machen!

Hier geht es genau darum: Wie Vertrauen entsteht, wie Beziehungen wachsen können und wie ihr in der Bewegung Erfahrungen teilen könnt. Viel Spaß dabei!

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